Nachhaltigkeit, Purpose & Co. | Brunswick

Nachhaltigkeit, Purpose & Co.

Ein Kommentar von Michael Wedell im prmagazin 11/2021.

Nachhaltigkeit, Purpose & Co: Wo fordern die Kunden aktuell verstärkt Beratung ein? Und wohin geht der Beratungstrend?

Früher wurde die Festlegung von Umweltzielen mit Beifall bedacht – heute sind selbst die ehrgeizigsten Ziele, die auf eine Netto-Nullbilanz ausgerichtet sind, alltäglich. Fast 1.400 Unternehmen – darunter viele aus den kohlenstoffintensivsten Branchen, aber auch Brunswick selbst als kleinerer Akteur – haben sich der UN-Kampagne „Race to Zero“ angeschlossen und ihre gesamte Wertschöpfungskette auf eine 1,5-Grad-Welt ausgerichtet.

Die heutige Best-Practice besteht darin, dabei auf wissenschaftlichen Grundlagen (sciences based targets) zu agieren. Modernes Nachhaltigkeitsmanagement ist faktenbasiert, transparent und messbar. Umwelt- und Sozialstandards sowie gute Unternehmensführung müssen nachprüfbar eingehalten werden, auch weil dies mittlerweile die Stake- und Shareholder einfordern.

In Konsequenz nutzen Unternehmen immer stärker ihr politisches Gewicht für die Entwicklung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die für nachhaltiges Wirtschaften förderlich sind, und sie bilden Allianzen. Ein Beispiel dafür ist „Transform to Net Zero“, ein Netzwerk, in dem sich Microsoft, Nike, Mercedes-Benz und Maersk über bewährte Verfahren zum Erreichen von Netto-Null-Emissionen in ihren Wertschöpfungsketten austauschen.

In unserer Beratung unterstützen wir dabei, die Kluft zwischen Klimarhetorik und -realität zu überwinden. Für unsere Kundinnen und Kunden besteht die Herausforderung darin, einen klaren Übergangsplan für die Ausrichtung des gesamten Unternehmens einschließlich der gesamten Wertschöpfungskette zu erarbeiten und umzusetzen. „Da die Gesellschaft ein klares Ziel gesetzt hat, wird es immer profitabler werden, Teil der Lösung zu sein, und immer teurer, Teil des Problems zu bleiben“, sagte kürzlich der Banker Mark Carney auf BBC. Die Umstellung auf eine Netto-Null-Zukunft sei keine Belastung für die Wirtschaft, sondern könne „die größte wirtschaftliche Chance unserer Zeit“ sein.

Die „Task Force on Climate-related Financial Disclosures“ (TCFD) stellte in ihrem Fortschrittsbericht für 2020 fest, dass nur eins von 15 Unternehmen „Informationen über die Widerstandsfähigkeit seiner [Klima-]Strategie offenlegt“. Arbeiten wir daran, dass weitere folgen.

 

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